Ethische Verantwortung

Fortschritte und Möglichkeiten in der medizinischen Behandlung stellen Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, aber auch Patient(inn)en und Angehörige immer häufiger vor komplexe Herausforderungen. Nicht selten sind schwierige menschliche Entscheidungen zu fällen. Seit mehreren Jahren setzen wir uns daher aktiv mit ethischen Fragestellungen auseinander und kooperieren dabei insbesondere mit der Philosophisch-Theologischen-Hochschule Münster (PTH) und dem Institut für Kirche, Management und Spiritualität (IKMS). Dementsprechend schulen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, haben Leitlinien entwickelt und führen beispielsweise ethische Fallbesprechungen durch, die uns und den Patient(inn)en, Bewohner(inne)n und Angehörigen Orientierung geben. Müssen sich Patient(inn)en mit kritischen Krankheitsverläufen auseinandersetzen, zeigen wir umfassende Hilfsmöglichkeiten auf, spenden Trost und geben Hoffnung. Diesen Anspruch, den wir in unserem Leitbild formuliert haben, nehmen wir sehr ernst. Wir stellen uns den ethischen Herausforderungen, die vor allem in Grenzsituationen des Lebens spürbar werden und sind in diesen schwierigen Stunden an Ihrer Seite. Dafür haben wir spezielle Strukturen und Gremien geschaffen:

Ethische Fallbesprechungen

Im Verlauf einer Behandlung können Situationen eintreten, in denen ein/e Patient/in nicht mehr fähig ist, eine Entscheidung zu treffen oder diese mitzuteilen. Es ist auch möglich, dass eine Therapie nicht mehr von allen Mitgliedern eines therapeutischen Teams mitgetragen wird. In derartigen Situationen ist die ethische Fallbesprechung ein hilfreiches Instrument, mit dessen Hilfe ethische Konfliktfälle diskutiert und gelöst werden.

Ethikkomitees

Unterstützt werden die Fallbesprechungen durch Ethikkomitees, die es in jeder einzelnen Einrichtung der Franziskus Stiftung gibt. Sie sind berufsgruppen- und hierarchieübergreifend zusammengesetzt. Die Komitees haben u. a. die wichtige Aufgabe, für die Ausbildung der Moderatoren ethischer Fallbesprechungen zu sorgen. Darüber hinaus organisieren sie die Fort- und Weiterbildung insbesondere für Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte im Bereich der Ethik und erarbeiten ethische Leitlinien für die Einrichtung.

Ethikbeirat

So wie in den Einrichtungen die ethischen Fallbesprechungen und die Ethikkomitees eng miteinander verzahnt sind, hat sich gezeigt, dass die Abstimmung zwischen den Stiftungshäusern ebenso einer festgeschriebenen Form bedarf. Daher haben wir auf Stiftungsebene einen übergeordneten Ethikbeirat gegründet. In diesem Ethikbeirat ist jedes Haus der Stiftung vertreten, in der Regel durch den Vorsitzenden des jeweiligen Ethikkomitees. Der Ethikbeirat stellt den Wissenstransfer und die Koordination der Aktivitäten zwischen unseren Einrichtungen sicher. Ebenso erarbeitet der Beirat zu ethisch relevanten Themen Leitlinien für die gesamte Stiftung.