Montag, 11.06.2012

Angehende Ärztinnen und Ärzte aus Riga lernen in Münster - Kooperationsvertrag zwischen Franziskus Stiftung und baltischen Universitäten

Ende April wurde der Vertrag unterschrieben, schon Anfang Juli beginnt die Umsetzung: 15 Medizinstudierende der Stradina-Universität in Riga kommen im nächsten Monat nach Deutschland – weitere werden folgen. In Kliniken der St. Franziskus-Stiftung Münster absolvieren die angehenden Ärztinnen und Ärzte aus Lettland dann studienbegleitende Praktika. Dauer: vier, sechs oder acht Wochen – je nach Fachgebiet und Krankenhaus.

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags Ende April in Münster (v.l.): Dr. Daisy Hünefeld, Prof. Dr. Guntis Bahs, Dr. Smuidra Zermanos und Schwester Diethilde Bövingloh. Im Juli kommen die ersten angehenden Ärzte aus Lettland in Hospitäler der Franziskus Stiftung.

Die Deutschland-Aufenthalte dienen der „praxisnahen Ausbildung in mehreren medizinischen Fachbereichen auf akademischem Niveau“, wie es in der Kooperationsvereinbarung zwischen der baltischen Universität und der St. Franziskus-Stiftung Münster formuliert ist. Mit dem Vertrag wollen die Stiftung, unter deren Dach 15 Krankenhäuser in Nordwestdeutschland stehen, und die Medizinische Fakultät der Stradina-Universität der lettischen Hauptstadt einen Beitrag zur Förderung des fachlich-wissenschaftlichen Austausches leisten.

„Wir unterstützen mit diesem Angebot die Studierenden zudem bei der Anpassung an die Anforderungen an einen europaweiten Arbeitsmarkt und bei der Entwicklung spezifischer Kompetenzen“, so Dr. Daisy Hünefeld vom Vorstand der Franziskus Stiftung. Außerdem werde damit ein Beitrag zur Ausbildung von weltoffenen und interkulturell erfahrenen Personen als zukünftige Führungskräfte geleistet. Dr. Hünefeld hatte gemeinsam mit der Franziskanerin Schwester Diethilde Bövingloh, die ebenfalls dem Stiftungsvorstand angehört, den Vertrag mit den lettischen Partnern unterzeichnet.

Diese – Professor Dr. Guntis Bahs und Dekanin Dr. Smuidra Zermanos von der Stradina-Universität – waren dazu Ende April nach Münster gekommen. Die Kandidaten für Praktika in Deutschland wählen sie in Riga selbst aus: „Sie sollen das achte Semester abgeschlossen haben und über fundierte Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen – so haben wir es auch im Vertrag mit der Franziskus Stiftung festgeschrieben“, sagt Professor Bahs. Pro Jahr und Studiengang sind maximal 20 angehende Ärzte aus dem Baltikum zugelassen.

Die ersten 15 Praktikanten, zu etwa gleichen Teilen Frauen und Männer, werden Anfang Juli in Krankenhäusern der Stiftung in Münster, Ahlen, Hamm, Recklinghausen, Kamp-Lintfort, Meerbusch und Uerdingen tätig – durchweg unter Anleitung und Begleitung erfahrener Chefärzte. In den Hospitälern arbeiten sie jeweils in ausgewählten medizinischen Fachbereichen. Darunter sind Anästhesie, Innere Medizin, Radiologie, Dermatologie, Gefäßchirurgie, Kinderheilkunde, HNO-Medizin und Augenheilkunde.

Die Kooperation wird sich nicht auf Lettland beschränken. Im Mai hat die Franziskus Stiftung einen ähnlichen Vertrag mit der Medizinischen Fakultät der Universität Tartu in Estland geschlossen. Auch von dort werden in nächster Zeit Studierende zu Praktika nach Deutschland kommen. „Wir haben uns bei Besuchen im Baltikum davon überzeugt, dass an den dortigen Universitäten eine solide fachliche Basis geschaffen wird, auf der wir in unseren Hospitälern aufbauen können“, so Martin Michel. Der Personalreferent in der Franziskus Stiftung hatte die Kontakte nach Osteuropa angeknüpft.