Freitag, 30.09.2011

Beim Heilen hilft auch Glaube: 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim „Leitbildforum“ der Franziskus Stiftung

Kann Glaube gesund machen? „Ganz klar ja“, so Dr. Christoph Jacobs. Der Priester und Psychologe, Professor an der Theologischen Fakultät Paderborn, vertritt das nicht nur als persönliche Überzeugung, sondern als wissenschaftlich fundierte Erkenntnis. „Zahlreiche Studien mit Auswertung umfangreichen Datenmaterials zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen körperlicher Gesundheit und individueller Religiosität“, betonte der Hochschullehrer am Mittwoch in Münster.

Der Paderborner Theologe und Psychologe Professor Christoph Jacobs machte auf statistisch nachweisbare Zusammenhänge zwischen Religiosität und Gesundheit aufmerksam.

Rund 480 Mitarbeiter aus den 15 Hospitälern der Franziskus Stiftung kamen zum Leitbildforum im Marienhaus am St. Franziskus-Hospital Münster zusammen.

Vor medizinischem Fachpublikum: Zuhörer seines Vortrags „Macht Glaube gesund?“ waren rund 480 Mitarbeitende – Ärzte, Therapeuten, Schwestern und Pfleger – aus Krankenhäusern der Franziskus Stiftung. Sie hatten sich zum Leitbildforum, einem Studien- und Diskussionstag der katholischen Krankenhausgruppe, auf dem Gelände des St. Franziskus-Hospitals in Münster getroffen. Eröffnet hatte den Tag Dr. Klaus Goedereis, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Glaube ist in der Lage, Menschen in schwierigsten Lebenssituationen in eine völlig andere Verfassung zu bringen“, unterstrich Jacobs. Das Bewusstsein der Verankerung in einem letztgültigen Sinn, wie es Religion vermittle, gebe Kraft, die Welt zu verstehen und zu gestalten. Und es setze Kräfte frei, die sich für den Menschen gesundheitlich heilsam auswirkten. „Salutogenese lautet der Fachbegriff dafür“, so der Paderborner Professor.

Gesundheitswissenschaftlich sei dies bisher vor allem in den USA gemessen und erforscht worden. Es gebe datenbasierte Nachweise, dass gläubigen Menschen bei zahlreichen Krankheitsbildern Belastungsbewältigung und Wiederherstellung der Gesundheit besser und schneller gelängen als solchen ohne religiöse Bezüge. Dies geschehe allerdings zumeist mittelbar und „im Kontext des gesamten Lebensentwurfes“.

Fehlformen des Glaubens könnten sich, zumal im Bereich der Psyche, gesundheitlich auch negativ auswirken, wie Jacobs einräumte. Doch sehr viel häufiger vermittle die erklärende und gestaltende Kraft von Religion dem Menschen Sicherheit und beeinflusse die Prozesse von Heilung und Gesundheit positiv. „Wenn man so will, ist das ein Bewährungspunkt für die ‚Richtigkeit‘ der Aussagen des Evangeliums“, meinte der Theologe.

Die Franziskus Stiftung veranstaltet bereits seit Ende der 90-er Jahre regelmäßig  Leitbildforen als Informationsbörsen und Orte fachlichen Austausches zwischen den im Münsterland, am Niederrhein, im Ruhrgebiet, in Bremen und Bremerhaven gelegenen Einrichtungen der Krankenhausgruppe. Jeder Mitarbeiter kann daran teilnehmen. Nach dem Hauptvortrag gibt es Präsentationen, Workshops und Referate – diesmal etwa zu Zertifizierungen von Krankenhäusern, Bedürfnissen geriatrischer Patienten und zu Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf die Krankenpflege.