Donnerstag, 23.05.2019

Das grüne Krankenhaus

St. Marien-Hospital Lüdinghausen erhält zum wiederholten Mal das Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ und veranstaltet ersten „GreenDay“

Aus den Händen von Annegret Dickhoff, Projektleiterin Klimaschultz in Gesundheitseinrichtungen beim Bund für Umwelt- und Naturschutz e.V. (BUND) und Harald Nölle vom Landesverband BUND nahm Tim Richwien, Geschäftsführer St. Marien-Hospital Lüdinghausen (Bildmitte), die Urkunde „Energie sparendes Krankenhaus“ entgegen.

Tim Richwien (2.v.l.), Geschäftsführer St. Marien-Hospital Lüdinghausen, freut sich über die Verlängerung des Gütesiegels „Energie sparendes Krankenhaus“. Mit dabei, v.l.n.r.: Harald Nölle, Landesverband Bund für Umwelt- und Naturschutz e.V. (BUND), Reinhard Stell, Energiemanager encadi GmbH, Annegret Dickhoff, Projektleiterin BUND sowie Dominic Hornung, von der Energieagentur NRW.

Aus den Händen von Annegret Dickhoff, Projektleiterin Klimaschutz in Gesundheitseinrichtungen beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) nahm heute Tim Richwien, Geschäftsführer im St. Marien-Hospital Lüdinghausen das Gütesiegel „Energie sparendes Krankenhaus“ in Empfang. Nach bereits erfolgter Auszeichnung 2013 ist es dem Lüdinghauser Krankenhaus erneut gelungen, den Energieverbrauch weiter zu senken. Das Ergebnis: Jährlich 50 Tonnen weniger klimaschädliche Treibhausgase und die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen um 500 Tonnen, im Vergleich zu 2010.

„Das St. Marien-Hospital Lüdinghausen übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und tritt für den Klimaschutz ein. Das gelingt durch das vorbildliche Engagement aller Beteiligter mit dem Ziel, effizient und sparsam mit Energie umzugehen“ lobte die extra aus Berlin angereiste Projektleiterin vom BUND Berlin. Sie hob hervor, dass der Erfolg insbesondere auch auf die Optimierung der Energieversorgung und auf die Einführung eines Energiemanagement-systems nach DIN EN ISO 50001 zurückzuführen ist. Fachliche Unterstützung erhält das Lüdinghauser Krankenhaus dabei von der encadi GmbH, einem Dienstleister, der bei der Erhöhung der Energieeffizienz und der Optimierung der Energiekosten unterstützt und der sich auf Kunden im Gesundheitswesen spezialisiert hat. „Einen Großteil der Einsparungen ermöglichen zwei Blockheizkraftwerke, Erdgas und Biogas, mit denen das Krankenhaus im Vorjahr 92% seines Wärmebedarfs deckte. Das Erdgas-BHKW erzeugte über 40% des gesamten Strombedarfs“, berichtet Reinhard Stell, Energiemanager bei der encadi GmbH. „Bei einem Flächenzuwachs seit 2010 von 19%, stieg unser Energieverbrauch im gleichen Zeitraum um nur 4%“, freut sich besonders Geschäftsführer Tim Richwien. Das St. Marien-Hospital Lüdinghausen hat mittlere sechsstellige Energiekosten pro Jahr. Richwien geht davon aus, dass die Ausgaben ohne die Maßnahmen um 26% höher wären.

 

 

Bereits vor vielen Jahren ging das St. Marien-Hospital Lüdinghausen den Weg des „Energie-Einspar-Contractings“. Das bedeutet: Die Investition für eine neue Anlage übernimmt nicht das Krankenhaus, sondern z.B. die encadi GmbH, die das Erdgas-Blockheizkraftwerk einbaute. Das Krankenhaus musste also keinen Kredit aufnehmen. Stattdessen zahlt es bei der encadi GmbH die investierte Summe nach und nach ab – und zwar mit den eingesparten Energiekosten. „Im besten Fall ist das eine Win-Win-Situation“, ergänzt der Geschäftsführer.

Im Zusammenhang mit der Siegelverleihung wurde das Thema „Nachhaltigkeit“ heute auch ganz bewusst innerhalb der Mitarbeiterschaft platziert. „Wir möchten das Bewusstsein für den Umweltschutz in unseren Arbeitsalltag bringen und darüber gemeinsam ins Gespräch kommen“, so Monika Kleingräber-Niermann, Referentin der Geschäftsführung. Als Projektleiterin hatte sie, gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Siegelübergabe und den heutigen „GreenDay“ organisiert. Besichtigungen des Erdgas- und Biogasblockheizkraftwerks, Thermographiemessungen, Smoothie und Couscous-Salat aus biologisch abbaubarem Einweggeschirr, Aufstrichvariationen aus dem Reformhaus Niemeyer in Lüdinghausen und allgemeine Informationen zum Thema Nachhaltigkeit wurden angeboten. Auch der Bund für Umwelt, und Naturschutz e.V. (BUND) und die Energieagentur NRW präsentierten sich mit einem Informationsstand und berichteten von ihrem Engagement zuliebe der Umwelt. Kein Fleisch auf der Speisekarte gab es heute zudem für die Patientinnen und Patienten und auch nicht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Gäste im Restaurant & Café CampusTreff. Stattdessen wurden Gemüse-Grünkern-Puffer, Omelette und Canneloni angeboten. „Auch damit möchten wir heute ein Zeichen setzen und sensibilisieren, mehr auf den eigenen Fleischkonsum zu achten. Bewusster Fleischkonsum und das Wissen über die Vorteile von gelegentlichem Fleisch-Verzicht oder aber von nachhaltigem, biologischem und regionalem Fleisch trägt zum besseren Klima bei. Je weniger preiswertes, aus Massentierhaltung stammendes Fleisch gekauft wird, desto mehr kann der Markt für regionales Fleisch wachsen“, so Kleingräber-Niermann, die sich mit der Resonanz des ersten „GreenDays“ zufrieden zeigte.