Dienstag, 08.02.2022

Elektronische Patientenakte (ePA) im Einsatz

Maria-Josef-Hospital Greven setzt Pilotprojekt der St. Franziskus-Stiftung Münster um.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet voran. Jetzt hat das Maria-Josef-Hospital als erste der 15 Kliniken der St. Franziskus-Stiftung Münster eine neue Version der elektronischen Patientenakte (ePA) eingeführt.

Bild (v.l.n.r.): Gesundheits- und Krankenpflegerin Barbara Borgmann mit Assistenzarzt Julian Benedikt Weil am mobilen Visitenwagen auf Station A5

„Die ePA hält alle medizinischen und pflegerischen Informationen der einzelnen Patientinnen und Patienten digital bereit und unterstützt unser Personal somit bei der Versorgung“, sagt Kathrin Engels, Ärztliche Direktorin im Maria-Josef-Hospital. In der ePA werden von der Anamnese über Arztbriefe und Befunde auch die Pflegedokumentation und Medikation sowie anstehende Untersuchungen gespeichert. Durch eine zentral strukturierte elektronische Ablage sind alle diese relevanten Informationen in Echtzeit im gesamten Krankenhaus und für alle an der Behandlung beteiligten Personen verfügbar.

Die ersten zwei Stationen im Maria-Josef-Hospital arbeiten seit Ende letzten Jahres mit der elektronischen Patientenakte (ePA) – verwendet werden Module der ORBIS-Produktfamilie von Dedalus. Ein knappes Jahr sah der straffe Projektzeitplan für die Einführung der ePA vor – vom ersten Treffen des stiftungsweiten Projektteams bis hin zum Echtbetrieb.

Mobile Visitenwagen für die ePA

„Zunächst wurden die technischen Voraussetzungen geschaffen. So stand als erstes der notwendige WLAN-Ausbau im Krankenhaus an“, berichtet Frank Engelberts als Projektleiter der unterstützenden FACT IT GmbH. Im zweiten Schritt wurden mobile Visitenwagen für die Stationen gekauft und ein digitales Archivierungssystem eingeführt. Die neuen mobilen Visitenwagen sind in der Lage, dem ärztlichen Dienst sowie dem Pflegepersonal die für die Behandlung der Patientinnen und Patienten notwendigen Informationen überall umgehend zur Verfügung zu stellen – egal ob im Patientenzimmer, auf Station oder im Untersuchungsraum.

Offenheit der Anwender:innen 

Einen großen Part im Projekt machten die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umgang mit der neuen Technik und Software zur Dokumentation der Pflegeprozesse aus. „Die Pilotierung im Maria-Josef-Hospital war bisher sehr erfolgreich, wozu maßgeblich die Offenheit und Motivation der Anwenderinnen und Anwender in unserem Haus beigetragen hat. Schon im März werden alle unsere Stationen erfolgreich umgestellt sein“, erklärt Anja Ewering, Projektkoordinatorin ePA für das Maria-Josef-Hospital in Greven.

Stiftungsweite Umsetzung geplant 

Im laufenden Jahr werden weitere Kliniken der St. Franziskus-Stiftung die ePA mit den Modulen der ORBIS-Produktfamilie von Dedalus einführen. „In 2024 werden wir die vollständig elektronische Pflege- und Behandlungsdokumentation in allen Krankenhäusern der St. Franziskus-Stiftung eingeführt haben und so mit einem einheitlichen digitalen Standard arbeiten, mit dem wir einen großen Beitrag zur zukunftsorientierten Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, aber auch zur Entlastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten“, freut sich Dr. med. Daisy Hünefeld, als Vorstandsmitglied der St. Franziskus-Stiftung Münster u. a. zuständig für die Digitalisierung.

Das stiftungsweit einheitliche Dokumentationssystem ist auch für das FLEXTEAM von Vorteil, das aus Pflegenden besteht, die je nach Bedarf in den Krankenhäusern in Greven, Münster, Hiltrup, Lüdinghausen und Telgte eingesetzt werden und sich vor Ort nicht in unterschiedliche Systeme einarbeiten müssen.