Im Rahmen der SPECT-CT werden zwei verschiedene Methoden gleichzeitig eingesetzt. Die Computertomographie (CT) nutzt Röntgenaufnahmen, mit denen der menschliche Körper schichtweise untersucht werden kann. Auf diese Weise lassen sich Körperteile detailliert darstellen, dabei zeigt das CT Strukturen und Formen, aber keine ablaufenden Stoffwechselvorgänge.
Für die Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomographie (SPECT) bekommt der Patient oder die Patientin eine geringe Menge eines leicht radioaktiven Medikamentes verabreicht, welches sich im Körper verteilt. Dabei handelt es sich nicht um ein Kontrastmittel, sodass diese Methode auch bei Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen problemlos eingesetzt werden kann. Eine spezielle Kamera misst im Anschluss die sehr schwache Strahlung des Medikamentes. So wird sichtbar, wie aktiv ein Organ ist und was dort gerade passiert, zum Beispiel wie gut die Durchblutung ist oder wie der Stoffwechsel arbeitet. Es handelt sich um ein offenes Kamera-System, so dass die Messungen auch von Personen mit Platzangst gut toleriert werden.
„In der Kombination entfalten beide Verfahren ihre besonderen Stärken“, erklärt PD Dr. Peter Matheja, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin am Franziskus Hospital. „Das CT stellt auf Röntgenbasis die Lage und Beschaffenheit von Organen sehr genau dar, das SPECT zeigt die aktuell darin ablaufenden Prozesse. Durch die Zusammenführung der Bilddaten in einem gemeinsamen Computersystem entstehen sehr plastische 3D-Darstellungen mit einer enormen Informationsdichte.“
Der Vorteil für Patientinnen und Patienten: Mit den Daten aus dem neuen Gerät können Ärztinnen und Ärzte Struktur und Funktion eines Organs gleichzeitig beurteilen – ein großer Gewinn für die Diagnostik und die individuelle Therapieplanung.
Das SPECT-CT wird besonders für Untersuchungen von Herz, Knochen und Lunge eingesetzt. „Gerade bei der koronaren Herzerkrankung, also Durchblutungsstörungen des Herzens, ist die SPECT-Untersuchung eine sehr zuverlässige und schonende Methode. Damit können unnötige Herzkatheter-Untersuchungen vermieden werden“, so Dr. Matheja. Für die Suche nach sehr kleinen Strukturen oder winzigen Tumoren (z.B. beim Prostata-Krebs) wird in vielen Fällen ein anderes Gerät, ein sogenanntes PET-CT genutzt – auch dieses sehr moderne Gerät steht im St. Franziskus-Hospital zur Verfügung.
Mit der Inbetriebnahme des neuen SPECT-CT baut das St. Franziskus-Hospital seine ambulante und stationäre nuklearmedizinische Diagnostik weiter aus und bietet Patientinnen und Patienten noch genauere, schonendere und zugleich effizientere Untersuchungen.
Durch den Einsatz der modernen Geräte konnte die schon zuvor geringe Strahlenexposition nochmals reduziert werden und liegt bei den meisten Untersuchungen im Bereich der natürlichen Strahlenexposition innerhalb eines Jahres.





