„Temperaturen um die 30 Grad sind für viele kaum auszuhalten“, betont Dr. Marcus Ullmann, Chefarzt der Geriatrie am St. Marien-Hospital Lüdinghausen und stellvertretender Ärztlicher Direktor. „Große Hitze ist nicht nur unangenehm – sie kann gefährlich werden“, warnt der Mediziner. „vor allem ältere Menschen reagieren empfindlich, denn extreme Temperaturen belasten das Herz-Kreislauf-System und bringen den Flüssigkeitshaushalt schnell aus dem Gleichgewicht.“
Seit 2008 leitet der erfahrene Internist und Geriater das Zentrum für Akutgeriatrie und Geriatrische Rehabilitation am St. Marien-Hospital in Lüdinghausen. Er weiß aus dem Klinikalltag, wie stark Hitze den Körper fordert: „Ältere und chronisch kranke Menschen sind besonders gefährdet. Deshalb sollten zu Hause immer ausreichend Getränke bereitstehen – ebenso wie Ventilatoren oder andere Möglichkeiten zur Abkühlung.“ Mit zunehmendem Alter lasse nämlich das Durstempfinden nach, erklärt Ullmann. „Viele trinken schlicht zu wenig. Gleichzeitig verliert der Körper durch Schwitzen wichtige Mineralien.“ Sein Rat: Ausreichend trinken, leichte Mahlzeiten wählen und Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen.
Zu den Warnsignalen, die ernst genommen werden müssen, zählen laut Dr. Ullmann plötzliche Schwäche, Fieber, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schwindel, Übelkeit oder Muskelkrämpfe. „Dann sollte die betroffene Person sofort in den Schatten gebracht, mit feuchten Tüchern gekühlt und mit erhöhten Beinen gelagert werden. Und unbedingt trinken – wenn sich der Zustand nicht bessert, ist ärztliche Hilfe notwendig.“
Das Team im St. Marien-Hospital selbst ist auf die hohen Temperaturen vorbereitet. „An sehr heißen Tagen rechnen wir mit mehr Patientinnen und Patienten, die wegen Flüssigkeitsmangel oder Kreislaufproblemen in die Notaufnahme kommen“, berichtet Dr. Ullmann. Die Kollegen und Kolleginnen in der Zentralen Notaufnahme seien darauf eingestellt, schnell und gezielt zu helfen.













