Das Projekt eliPfad hat sich in den vergangenen vier Jahren mit der Frage beschäftigt, wie ältere Menschen nach einem Klinikaufenthalt länger selbstständig zu Hause leben können. Im Mittelpunkt stand die Begleitung von Patientinnen und Patienten mit mehreren internistischen Erkrankungen durch speziell geschulte Pflegekräfte, sogenannte Fallmanagerinnen. Diese fungierten als kommunikative Bindeglieder zwischen der Klinik sowie den niedergelassenen Haus- und Fachärztinnen und -ärzten. Ziel war es, ungeplante Wiedereinweisungen zu vermeiden und die Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt zu verbessern.
Ein zentrales Element des Projekts war der Einsatz digitaler Hilfsmittel. Die Teilnehmenden erhielten unter anderem eine einrichtungsübergreifende Patientenakte und einen „Smarten Assistenten“ für zu Hause, mit dem sie regelmäßig ihre Vitalwerte messen und an die digitale Akte übertragen konnten. Die Fallmanagerinnen prüften diese Werte kontinuierlich und informierten bei Auffälligkeiten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Die Mehrheit der Teilnehmenden nutzte die digitalen Geräte intensiv und profitierte von der persönlichen Einweisung und Begleitung durch das Pflegepersonal.
Die Rückmeldungen der Patientinnen und Patienten waren überwiegend positiv. Viele berichteten, dass sie sich durch die enge Betreuung motiviert fühlten, ihre Gesundheit aktiv zu gestalten. Das Projekt zeigt, dass digitale Anwendungen auch von älteren Menschen angenommen werden, wenn sie verständlich erklärt und begleitet werden. Interviews mit Teilnehmenden bestätigen, dass die persönliche Beziehung zu den Fallmanagerinnen als eine große Stärke des eliPfad-Ansatzes wahrgenommen wurde.
Insgesamt gut 1.000 Menschen haben an den eliPfad-Zentren in Nordrhein-Westfalen an der Studie teilgenommen. Zu den beteiligten Einrichtungen gehörten die Uniklinik Köln, das Herz-Jesu-Krankenhaus Münster-Hiltrup und das St. Franziskus-Hospital Münster – beide Häuser sind Teil der St. Franziskus-Stiftung Münster –, die Klinikum Dortmund gGmbH, das Marien Hospital Herne und die Uniklinik RWTH Aachen. Die erreichte Fallzahl unterstreicht die hohe Akzeptanz des Projekts. Die finale Auswertung der Studiendaten ist für Mitte 2027 geplant.
„eliPfad hat gezeigt, dass eine sektorenübergreifende und zuverlässige Begleitung älterer Patientinnen und Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt einen spürbaren Unterschied für die Versorgungsqualität machen kann. Die Verbindung von persönlicher Fürsorge und digitalen Komponenten unterstützt die Selbstständigkeit und fördert die Lebensqualität. Die Erfahrungen aus eliPfad werden wir nutzen, um Versorgungsstrukturen patientenorientiert weiterzuentwickeln“, sagt Philipp Potratz, Leiter Franziskus F&E – Zentrum für Klinische Studien und angewandte Versorgungsforschung.
eliPfad wurde vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert. Zu den weiteren Konsortialpartnern gehörten die BARMER Krankenkasse, die Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management e. V. (DGCC), die figus GmbH, das Gesundheitsnetz Köln-Süd (GKS) e. V., die ilvi GmbH, die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO), die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), die RZV GmbH, die Techniker Krankenkasse (TK), TAKEPART Media + Science GmbH und die Universität Witten/Herdecke. Kooperationspartner waren die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V. (KGNW), Medis Münster GbR, BIG direkt gesund Krankenkasse und GWQ ServicePlus AG. Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.elipfad.de und in der Projektdatenbank des Innovationsfonds.



