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GKV-Reformgesetz versetzt Krankenhausträger in Sorge
Am 12. Juni bleiben die Türen zu

Die aktuell diskutierten Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem GKV-Reformgesetz sorgen in vielen Krankenhäusern für große Besorgnis, so auch bei den großen konfessionellen Krankenhausträgern im Münsterland, den Alexianern und der St. Franziskus-Stiftung Münster. Gemeinsam nehmen sie am 12. Juni 2026 an der Aktion „Kein Geld. Keine Versorgung“ der Krankenhausgesellschaft NRW e.V. teil. Eine Aktion, bei der die Haupteingänge der Krankenhäuser und weiterer Einrichtungen für einen Tag verschlossen bleiben und Besucher gewollte Umwege in Kauf nehmen müssen.

„Die Reformen drohen, den ohnehin erheblichen wirtschaftlichen Druck auf uns Kliniken weiter zu verschärfen und damit die Gesundheitsversorgung vieler Menschen zu gefährden. Gerade in einer Zeit, in der Krankenhäuser mit Fachkräftemangel, steigenden Kosten und einer alternden Gesellschaft konfrontiert sind, darf Gesundheitspolitik nicht primär von Einsparzielen bestimmt werden“, so Dr. Nils Brüggemann, Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung Münster.

Alexianer-Hauptgeschäftsführer Dr. Christian von Klitzing warnt mit deutlichen Worten vor den möglichen Folgen der geplanten Maßnahmen: „Was hier angezettelt wird, ist ein staatlich induziertes Sterben freigemeinnütziger Krankenhäuser! Gesundheitspolitik muss vom Menschen ausgedacht werden – nicht vom Sparen“.  Hinter jeder Krankenhausleistung stehen Patientinnen und Patienten, die auf eine verlässliche, hochwertige und wohnortnahe Versorgung angewiesen seien. Werden finanzielle Kürzungen zum zentralen Steuerungsinstrument, bestehe die Gefahr, dass genau diese Versorgung geschwächt werde, so von Klitzing.

Die Alexianer, die Franziskus Stiftung und viele andere konfessionelle Träger stehen seit Jahrhunderten für ein Verständnis von Gesundheitsversorgung, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Als freigemeinnützige Träger erhalten sie keine Defizitausgleiche durch die Kommunen, die Kreise oder das Land. Da freigemeinnützige Träger nicht gewinnorientiert arbeiten, bringen die geplanten Reformen sie binnen Wochen an den Rand der Existenz – oder darüber hinaus.

„Krankenhäuser sind einer Vielzahl von externen Vorgaben ausgesetzt. Das bindet viel Zeit unserer Fachkräfte – davon sollten wir befreit werden, um diese Zeit wieder dafür einzusetzen, unsere Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen“, betont Brüggemann.

Von Klitzing weiter: „Unsere Krankenhäuser und weiteren Einrichtungen sind weit mehr als Kostenfaktoren in einem Gesundheitssystem. Sie sind Orte der Fürsorge, der Hoffnung und der gesellschaftlichen Verantwortung. Diese Aufgabe lässt sich nicht allein mit betriebswirtschaftlichen Kennzahlen bewerten. Als christliche Träger sorgen wir uns um den Zusammenhalt. Wenn wir nicht aufpassen, wird es kalt in unserer Gesellschaft, und das leistet auch Extremisten Vorschub.“

Anstelle einer Politik der Kürzungen fordern beide Krankenhausmanager einen offenen und konstruktiven Dialog zwischen Politik, Krankenhäusern, Beschäftigten und Kostenträgern. Die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind real und verlangen nach Reformen. Doch Reformen müssen primär an den Bedarfen, nicht an den Kosten orientiert sein. Der Wert einer Gesellschaft zeige sich darin, wie sie für die Gesundheit und Würde ihrer Menschen in Not einsteht.

Verena Gölkel

Co-Leitung Unternehmenskommunikation, Arbeitgebermarke & Marketing

Marlene Lepper

Leitung Unternehmenskommunikation Region Münster

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