„Wer regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte seine Reise auch hierbei sorgfältig planen“, sagt Dr. Thomas Schumacher, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin im St. Marien-Hospital in Lüdinghausen. „Fehlende Arzneimittel, falsche Lagerung oder Probleme bei Flugreisen können schnell zu gesundheitlichen Risiken führen und gerade bei chronischen Erkrankungen sollte die Medikamentenversorgung ein fester Bestandteil der Reisevorbereitung sein: Viele Urlauber denken an Reisepass und Sonnencreme, vergessen aber wichtige Vorkehrungen für ihre Arzneimittel.“
Wichtig sei demnach, die Medikamente rechtzeitig prüfen und ausreichende Mengen für die gesamte Reisedauer einzuplanen. Dabei solle immer eine Reserve für unvorhergesehene Verzögerungen mitgeführt werden, erklärt Schumacher.
„Niemand möchte im Ausland auf die Suche nach einem gleichwertigen Medikament gehen müssen“, sagt der Mediziner. „Die Zusammensetzung oder Handelsnamen können sich von Land zu Land unterscheiden. Deshalb ist es sinnvoll, die benötigten Arzneimittel in ausreichender Menge von zuhause mitzunehmen.“
Besonders bei Flugreisen sollten Patientinnen und Patienten eine aktuelle Medikamentenliste sowie ärztliche Bescheinigungen mitführen. Dies gilt vor allem für insulinpflichtige Diabetiker oder Reisende, die Spritzen, Pens oder spezielle medizinische Hilfsmittel benötigen. Ein häufig unterschätztes Thema ist die Lagerung von Arzneimitteln, denn hohe Temperaturen im Auto,
am Strand oder im Hotelzimmer können die Wirksamkeit bestimmter Präparate wie Insulin oder Augentropfen beeinträchtigen.
Bei Flugreisen – so rät der Chefarzt aus dem St. Marien-Hospital -sind wichtige Medikamente bestens im Handgepäck verstaut. Gehe ein Koffer verloren oder komme verspätet am Urlaubsort an, so bleibe die medikamentöse Versorgung zumindest sichergestellt. „Bei Fernreisen können Zeitverschiebungen die regelmäßige Einnahme erschweren. Insbesondere Menschen mit Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gerinnungsstörungen sollten sich vor Reiseantritt beraten lassen, denn bereits wenige Stunden Zeitunterschied können den gewohnten Einnahmerhythmus verändern“, erläutert Dr. Schumacher.
Eine Bescheinigung des behandelnden Arztes über das Mitführen von Medikamenten kann bei Sicherheitskontrollen beispielsweise am Flughafen viele Fragen meist schnell klären und sorgt für einen entspannten Start in den Urlaub.


