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800. Todestag des Franz von Assisi: Programm der Franziskus Stiftung zu Resilienz und Werten
„Halt und Zuversicht im Fokus“

In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1226 starb Franz von Assisi im Alter von nur 44 Jahren. Anlässlich des 800. Todestages gestaltet die St. Franziskus-Stiftung Münster mit ihren Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen ein vielfältiges Programm. Ein Höhepunkt der Franziskus Wochen war in dieser Woche das stiftungsweite Leitbild-Forum. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage: Wie können Werte auch in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen Orientierung geben und handlungsleitend bleiben?

Unter dem Leitgedanken „Halt und Zuversicht“ sprachen Kristina Vogel, zweifache Olympiasiegerin im Bahnradsport und Trainerin bei der Bundespolizei, sowie Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Kruse, Seniorprofessor am Institut für Gerontologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Vorsitzender der Kommission für den Altersbericht der Bundesregierung. Die Franziskus Wochen laden dazu ein, franziskanische Werte und ihre Bedeutung für den Arbeitsalltag in den Einrichtungen zu beleuchten. Respekt, Fürsorge, Menschlichkeit und Verantwortung prägen dabei den Umgang mit Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden.

„Franz von Assisi steht für eine Haltung, die alle Menschen und ihre Würde in den Mittelpunkt stellt. Diese Haltung ist heute aktueller und wichtiger denn je und für unsere Arbeit von großer Bedeutung“, sagt Dr. Nils Brüggemann, Vorstandsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung Münster. „Die Franziskus Wochen laden dazu ein, gemeinsam zu reflektieren, wie wir diese Werte im Alltag lebendig werden lassen.“

Halt und Zuversicht als Leitgedanken und Dimensionen von Resilienz

Im Leitbild-Forum standen Halt und Zuversicht sowie die Stärkung der Resilienz der Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Prof. Dr. Dr. h. c. Andreas Kruse eröffnete das Programm mit einer wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Perspektive. Als Vorsitzender der Kommission für den Altersbericht der Bundesregierung beschäftigte er sich mit Fragen des Alterns, der Teilhabe und der Gestaltung von Lebensbedingungen.

Anschließend brachte Kristina Vogel ihre Erfahrungen als zweifache Olympiasiegerin im Bahnradsport, als Mensch, der nach einem schweren Unfall einen neuen Lebensweg eingeschlagen hat, und als Trainerin bei der Bundespolizei ein. Gemeinsam wurde erörtert, wie Werte auch in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen Orientierung geben und handlungsleitend bleiben können.

Resilienz bedeute dabei auch, die eigenen Grenzen und die Bedeutung von Unterstützung anzuerkennen, so Kristina Vogel. Zwei Erfahrungen prägten ihr Leben: Nach ihrem ersten schweren Unfall kämpfte sie sich in den Spitzensport zurück – ein Beispiel für Selbstwirksamkeit und die Frage, was Menschen selbst gestalten können, wenn sie mit einer ungewollten Situation konfrontiert sind. Seit ihrem zweiten Unfall im Jahr 2018 ist Vogel querschnittsgelähmt und auf Unterstützung angewiesen. Daraus ergeben sich Fragen nach Selbstbestimmung, dem Annehmen von Hilfe und den Möglichkeiten, die andere Menschen eröffnen können. 

Hier wurde der Bogen von dem besonderen Lebensweg der Key Note Speakerin zu allen Anwesenden geschlagen: Die Spannung zwischen Eigenverantwortung und Unterstützung ist auch für das Gesundheitswesen von zentraler Bedeutung: Mitarbeitende übernehmen Verantwortung und gestalten, sind dabei aber zugleich auf gute Teams, verlässliche Strukturen, Fürsorge und Zusammenarbeit angewiesen. Darüber hinaus ging es um Themen wie Lebensfreude und Hadern, konkrete Erfahrungen im medizinischen Umfeld, um Freundschaften, die Rolle als Vorbild sowie Behinderung, Inklusion, Selbstbestimmung und Sichtbarkeit.

Oratorium „Il Cantico“

Anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franziskus gibt es auch ein besonderes musikalisches Ereignis: Am Samstag, 3. Oktober 2026, erklingt das Oratorium „Il Cantico – Francesco von Assisi und die Geschichte des Sonnengesangs“ in der Mutterhauskirche der Franziskanerinnen in Münster. Es greift den Sonnengesang des Franz von Assisi auf und eröffnet einen musikalischen Zugang zu seinem Leben, seiner Spiritualität und seiner Beziehung zur Schöpfung. Das groß angelegte Werk für Chor, Soli und Orchester stammt aus der Feder des renommierten Frankfurter Komponisten zeitgenössischer Kirchenmusik Peter Reulein und wurde 2024 uraufgeführt. 

Das Oratorium zeichnet Franziskus auch als einen Menschen mit Brüchen und Widersprüchen. Anhand der bis heute wegweisenden Begegnung mit einem muslimischen Sultan wird auch ein Zeichen des Dialogs der Religionen und des gegenseitigen Respekts gesetzt. Neben den lichten, hoffnungsvollen Momenten finden auch Themen wie Depression, Kriegsangst, Kirchenfrust und Gottesferne ihren Platz. Damit schlägt das Werk eine Brücke in die Gegenwart und greift Fragen auf, die viele Menschen heute bewegen: die Kriege unserer Zeit, die Sehnsucht nach einer geistlichen Erneuerung der Kirche, den interreligiösen Dialog und die Sorge um die bedrohte Schöpfung.
Eintrittskarten sind noch an der Abendkasse erhältlich. Weitere Informationen gibt es unter www.canticum-novum.de.

Franziskus-Wochen in den Einrichtungen

Auch in den Einrichtungen der Franziskus Stiftung finden Franziskus-Wochen mit unterschiedlichen Angeboten statt. Dazu gehören unter anderem Ausstellungen, Gottesdienste, Friedensgebete, Meditationen, Filmvorführungen und kreative Aktionen.

Die Franziskus Kliniken Düsseldorf starten mit einer Auftaktveranstaltung zu Leitbild und Werten sowie Infopoints in ihren Häusern. Weitere Formate schaffen Raum für Begegnung, Austausch und persönliches Innehalten. Dazu zählen beispielsweise Kirchen-Cafés, musikalische Angebote und Postkartenaktionen unter dem Motto „Du bist wertvoll, weil …“.

So werden die Franziskus Wochen noch bis zum 11.Oktober 2026 in den Einrichtungen und Teams der Franziskus Stiftung gemeinsam gestaltet. Im Mittelpunkt stehen die Würde des Menschen, die Verantwortung füreinander und die Bedeutung von Gemeinschaft.

Erfahren Sie mehr über unseren Namenspatron und unsere Wurzeln: Unsere Wurzeln – St. Franziskus-Stiftung Münster

Verena Gölkel

Co-Leitung Unternehmenskommunikation, Arbeitgebermarke & Marketing

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