Mittwoch, 29.04.2026

Neue Intensivstation für Frühgeborene und kranke Neugeborene im St. Franziskus-Hospital Münster fertiggestellt

Das St. Franziskus-Hospital Münster hat heute die neue Intensivstation für Frühgeborene und kranke Neugeborene eingesegnet. Ab Mitte Mai werden hier die kleinsten Patientinnen und Patienten des Perinatalzentrums Level I versorgt. Auf rund 1.200 Quadratmetern stehen künftig mehr Raum für hochspezialisierte Intensivmedizin, familienzentrierte Pflege und die so wichtige Nähe zwischen Eltern und Kind zur Verfügung.

reuen sich über die Fertigstellung der neuen Station für Früh- und kranke Neugeborene im St. Franziskus-Hospital (v.r.n.l.): Annika Wolter, Regionalgeschäftsführerin, Dr. Ludger Hellenthal, Kuratoriumsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung, Chefärztin Dr. Meike Franssen, Sr. Diethilde Bövingloh, Provinzoberin der Mauritzer Franziskanerinnen, Dr. Nils Brüggemann, Vorstandsvorsitzender der Franziskus Stiftung, Florian Papenbrock, Bereichsleitung der Pädiatrie, sowie Dr. David Lewers, Kaufmännischer Direktor.

Die heute 11-jährige Amélie war als Baby auf den Plakaten für die Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“ zu sehen, auf dem Foto zusammen mit Dr. Meike Franssen, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

„Die neue neonatologische Intensivstation im St. Franziskus-Hospital ist ein zentrales Zukunftsprojekt für uns. Sie zeigt, wofür wir innerhalb der Franziskus Stiftung stehen: eine hochspezialisierte Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, verbunden mit menschlicher Zuwendung und Nähe“, betont Dr. Ludger Hellenthal, Kuratoriumsvorsitzender der St. Franziskus-Stiftung. „Wir haben im einzigen Perinatalzentrum Level I der Franziskus Stiftung nun Bedingungen geschaffen, die medizinische Spitzenleistungen und eine liebevolle Betreuung noch besser verbinden“, ergänzt Dr. Nils Brüggemann, Vorstandsvorsitzender der Franziskus Stiftung.

Neben moderner Medizintechnik standen bei der Planung insbesondere die Bedürfnisse der Familien im Mittelpunkt: Es gibt unter anderem zwei Rooming-In-Zimmer, Rückzugsbereiche für Eltern sowie ein neues Stillzimmer. Die Fläche wurde von 346 auf 1.200 Quadratmeter vergrößert. Insgesamt sieben Millionen Euro hat der Bau der neuen Station gekostet.

Große Spendenbereitschaft ermöglicht zusätzliche Ausstattung

2016 hatte das St. Franziskus-Hospital Münster die Spendenkampagne „Mehr Raum für Nähe“ gestartet. Nachdem 2019 bereits die Kinderstation für 2- bis 17-Jährige durch 550.000 Euro Spendengelder umgesetzt werden konnte, warb das Krankenhaus für die neue Frühchenstation rund 1,27 Millionen Euro Spenden ein. So wurde eine Ausstattung möglich, die über die Regelfinanzierung hinausgeht – etwa die beiden Mutter-Kind-Zimmer für „Rooming-In“, in denen auch extrem früh oder schwer erkrankte Babys während der Intensivversorgung eine enge Bindung zu ihren Müttern entwickeln können.

„Das wirkt sich positiv auf die kognitive und körperliche Entwicklung sowie auf die Herz- und Atemstabilität aus. Ein familienfreundlicher Aufenthaltsraum und besondere Gestaltungselemente tragen zusätzlich zu einer angenehmen Atmosphäre bei, die in belastenden Situationen Sicherheit und Geborgenheit vermitteln soll“, erklärt Dr. Meike Franssen, Chefärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

„Die große Unterstützung aus Münster und der Region hat uns tief beeindruckt“, sagt Annika Wolter, Regionalgeschäftsführerin der Franziskus Stiftung. „Über 2.400 Spenderinnen und Spender haben dazu beigetragen, dass wir den kleinsten Patientinnen und Patienten und ihren Familien nun ‚mehr Raum für Nähe‘ bieten können. Dafür danken wir von Herzen.“

Perinatalzentrum Level I: Versorgung auf höchstem Niveau

Als Perinatalzentrum Level I versorgt das St. Franziskus-Hospital Münster Frühgeborene und kranke Neugeborene ab der Grenze der Lebensfähigkeit – darunter auch Babys mit einem Geburtsgewicht unter 400 Gramm. Die enge Zusammenarbeit von Geburtshilfe, Neonatologie, Kinderchirurgie, Anästhesie und Pflege ermöglicht eine Versorgung auf höchstem medizinischem Niveau.

„Für Eltern ist die Zeit rund um die Geburt eines zu früh oder krank geborenen Kindes oft sehr belastend“, beschreibt Dr. Franssen. „Eine Umgebung, die medizinische Sicherheit, Nähe und Zuwendung vereint, ist in dieser Situation sehr wertvoll. Genau das wollen wir mit der neuen Station und unserem besonderen Behandlungskonzept ermöglichen.“

Die offizielle Inbetriebnahme für die kleinen Patientinnen, Patienten und ihre Familien erfolgt Mitte Mai. Zuvor werden in den neuen Räumlichkeiten Simulationstrainings durchgeführt, um Notfallszenarien, Wege und Behandlungsprozesse zu testen und Abläufe bei Bedarf weiter zu optimieren.