Donnerstag, 30.06.2016

Jahrestagung der Initiative „Christliche Krankenhäuser in Deutschland“ benennt eigene Beiträge und Erwartungen an Politik zur Gesundheitsversorgung der Zukunft

Die Stärkung der Trägervielfalt und die Gemeinwohlorientierung haben die christlichen Krankenhäuser in Deutschland bei ihrer dritten Jahrestagung am 21, 22. Juni in Berlin eingefordert. Die konfessionellen Krankenhäuser hätten sich an vielen Standorten als Garanten einer qualitativ hochwertigen, am Patientenwohl orientierten Versorgung etabliert, wie die Initiative „Christliche Krankenhäuser in Deutschland“ (CKiD) hervorhob, die die Tagung ausrichtete. Die bewusst vorangetriebene Bildung von Verbünden unter konfessionellen Kliniken biete beste Voraussetzungen, um auch künftig eine wohnortnahe Versorgung in bestmöglicher Qualität für eine immer älter werdende Bevölkerung gewährleisten zu können.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (Mitte) mit Pfarrer Christoph Radbruch (l.) Vorsitzender des DEVK, und Generalvikar Theo Paul (r.), Vorsitzender des KKVD.

Auf dem Podium legten Fachleute von Krankenkassen, Krankenhausträgern, Verbänden und Politik ihre Einschätzungen dar.

Hermann Gröhe, Bundesminister für Gesundheit, unterstrich in seiner Eröffnungsrede, dass die katholischen und evangelischen Krankenhäuser sich in besonderer Weise einer ganzheitlichen Zuwendung für Leib und Seele widmeten. „Es ist das Miteinander von medizinischem, pflegerischem Fachwissen und von christlicher Prägung, das den Menschen im Krankheits- und Pflegefall in den Mittelpunkt stellt“, so der Minister. Die christlichen Häuser belegten, dass es sehr wohl möglich sei, sich von Werten leiten zu lassen und dabei zugleich qualitativ hochwertig und ökonomisch erfolgreich zu arbeiten.

In einer politischen Podiumsdiskussion mahnten die christlichen Krankenhäuser eine stärker am Patientenwohl orientierte Krankenhausfinanzierung an. Dazu müssten Fehlanreize im System der Fallpauschalen (DRGs) reduziert und ein echter Qualitätswettbewerb hergestellt werden. Das aktuelle DRG-System stoße deutlich an seine Grenzen. Mehrfacherkrankungen und die Erfordernisse des demographischen Wandels würden nicht ausreichend berücksichtigt.

In thematischen Foren befassten sich die rund 270 Teilnehmer der zweitägigen Veranstaltung zudem mit der Weiterentwicklung von Erfolgsstrategien, die sich bisher im Umfeld von Reformen, Fachkräftemangel und Digitalisierung als wirksam erwiesen haben. Dabei ging es etwa um die organisatorische Aufstellung christlicher Krankenhausgruppen, um die Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter und um die Sicherstellung und Messung von medizinisch-pflegerischer Qualität. Im Rahmen einer abendlichen Gala wurde zum zweiten Mal der „CKiD.PR-Preis“ verliehen, mit dem gelungene Projekte der Unternehmenskommunikation konfessioneller Krankenhäuser ausgezeichnet werden.

In der Initiative „Christliche Krankenhäuser in Deutschland“ arbeiten Krankenhäuser in katholischer und evangelischer Trägerschaft sowie ihre Fachverbände KKVD (Katholischer Krankenhausverband Deutschlands) und DEKV (Deutscher Evangelischer Krankenhausverband) zusammen. Dabei entwickeln sie die spezifischen Stärken und Vorzüge christlicher Kliniken weiter und kommunizieren diese in die Öffentlichkeit. Deutschlandweit stehen mehr als 600 Krankenhäuser in konfessioneller Trägerschaft. Das ist rund ein Drittel aller Krankenhäuser. Etwa 265.000 Beschäftigte versorgen dort über sechs Millionen Patienten pro Jahr.